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Obernburger Wassertage: Nitrate und Keime im Fokus

Irmgard Markert von der AVG und Stefan Behnke

Sauberes Trinkwasser ist unserer wichtigstes Lebensmittel. Doch immer wieder hört man von Belastungen des Wassers durch Keime oder Nitrat. Verbraucher stellen mehr und mehr die Frage: Wie sauber ist unser Wasser wirklich? Daher standen die dritten Obernburger Wassertage diesmal ganz im Zeichen der Themen Grundwasserschutz und Keimbelastung von Trinkwassersystemen. Veranstalter war das Unternehmen Mainsite Technologies im Industrie Center Obernburg. Teilnehmer waren rund 40 Vertreter von Ämtern und Zweckverbänden, Bürgermeister und Verantwortliche für Wasserversorgung sowie von ingenieurtechnischen Unternehmen und Fachbüros.

Der erste Tag der zweitägigen Veranstaltung befasste sich ganz mit dem aktuellen Thema Nitratbelastung. Axel Bauer von der Regierung von Unterfranken referierte zum Thema Wasserversorgungsbilanz und Grundwasserschutz bzw. Versorgungssicherheit und Wasserqualität. Dabei nahm er auch Bezug auf die „Wasserversorgungsbilanz Unterfranken 2025“, die Ende des Jahres in aktualisierter Form veröffentlicht werden soll. Irma Geyer und Eva Heilmeier vom Fachzentrum Agrarökologie des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellten mehrere Präventionsmaßnahmen zum Gewässerschutz und zur Nitratminderung vor. Dabei gingen sie auch auf die bereits erzielten Erfolge verschiedener Maßnahmen hier in der Region Bachgau ein. Anabella Krieger und Stefan Behnke (beide Mainsite Technologies) erläuterten den Teilnehmern verschiedene praxisorientierte Technologien zur zuverlässigen Wasserdenitrifikation. Abschluss des ersten Tages bildete der Besuch des Wasserwerks der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH AVG mit einer Besichtigung der dortigen Anlagen. Im Aschaffenburger Wasserwerk kommt eine europaweit einzigartige Technik zum Einsatz, die unter anderem auch die Nitratentfernung sicherstellt und dafür sorgt, dass das Trinkwasser beste Qualität aufweist.

Thema des zweiten Tages bildete die Keimbelastung von Trinkwassersystemen, die auch durch den Einbau von Wasserzählern verursacht werden kann. Denn während das Wasser selbst ständig intensiven Überprüfungen hinsichtlich einer möglichen Keimbelastung unterliegt, gilt dies nicht in gleichem Maße auch für die technischen Bestandteile der Trinkwasserversorgung. Auch bei Einbau fabrikneuer Wasserzähler in Neubauten oder beim Austausch in Bestandsanlagen alle sechs Jahre kann man nicht automatisch davon ausgehen, dass diese keimfrei sind. Ursache dafür ist das Bakterium „Pseudomonas aeruginosa“. Dr. Michael Hügler vom Technologiezentrum Wasser des DVGW in Karlsruhe referierte hierzu über eine breit angelegte Studie, in der er auf Wasserzähler und ihre Bauarten und Materialien sowie die Keime selbst und ihre Wachstumsbedingen eingeht. Seine Handlungsempfehlung hierzu: „Es sollte sichergestellt sein, dass bei sensiblen Einrichtungen nur bereits mikrobiologisch geprüfte Wasserzähler eingesetzt werden, die nachweislich frei von „Pseudomonas aeruginosa“ sind. Hierfür ist einen Chargenprüfung als nicht ausreichend anzusehen.“ Dr. Hans-Joachim Greunig von der T&E Aquaservice in Heidelberg stellte in einem Erfahrungsbericht die Chronologie einer Pseudomonas-Erkrankung vor. Danach erläuterten Peter Steinhauser, Stefan Behnke und Günter Mösslein die Möglichkeiten, wie man sowohl im Wasserwerk als auch direkt beim Einbau die Verwendung keimfreier Wasserzähler sicherstellt.

Wie wichtig das Thema von Behörden wie Wasserversorgern genommen wird, unterstrichen die zahlreichen Fragen an die Expertenrunde sowie die intensiven Diskussionen untereinander. Insbesondere das von Mösslein und Mainsite Technologies entwickelte Gerät zur Desinfektion neuer Wasserzähler fand starkes Interesse. Desinfiziert man den Wasserzähler vor Einbau mit dem einfach zu bedienenden Gerät, ist sichergestellt, dass keine Keime aus dem Zähler ins Leitungssystem gelangen können. Diese nur wenige Minuten Zeit in Anspruch nehmende Desinfektion schafft die Sicherheit, dass keine Verkeimung in das Trinkwassersystem der Verbraucher eingetragen wird.

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