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Vom syrischen Idlib an die Mainsite-Werkbank

Mohammed Reda Al Abdullah

Angesichts rückläufiger Zahlen bei den Auszubildenden bekommen gerade junge lernwillige Flüchtlinge aus dem Nahen Osten eine zunehmende Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Doch oft hapert es an den Sprachkenntnissen. Mohammad Rida Al Abdullah ist der erste syrische Auszubildende bei Mainsite - und das mit Erfolg!

Geboren 1995 in der syrischen Stadt Idlib, westlich von Aleppo gelegen, kam Mohammad Rida im September 2015 nach Deutschland. Zuhause hatte er nach dem Abitur in Aleppo 2014 ein Studium der Elektrotechnik begonnen. An eine Fortsetzung war durch den Krieg jedoch nicht zu denken, sodass er nach einem Semester aus der umkämpften Stadt wie viele andere in die Türkei floh.
Nach einem Jahr in der Türkei gelangte er per Boot über Griechenland und die Balkanroute nach Deggendorf. Von dort aus kam er nach verschiedenen anderen Stationen nach Schweinfurt und schließlich nach Aschaffenburg-Schweinheim.

In der Notunterkunft Schweinheim wurde seine jetzige Gastmutter, die dort als Ehrenamtliche tätig war, auf den aufgeweckten jungen Mann aufmerksam. Nach Erhalt der Aufenthaltserlaubnis konnte Mohammad Rida schließlich Anfang 2016 bei seiner Gastfamilie in Gailbach einziehen. Er ist dort voll in das Familienleben integriert und die tägliche Sprachpraxis kommt seinen Deutschkenntnissen zu Gute.

„Anfangs war es mein Ziel, das Studium der Elektrotechnik fortzusetzen. Meine Sprachkenntnisse reichen dafür aber derzeit einfach noch nicht aus“, so Mohammad Rida. „Meine Gastfamilie erklärte mir daraufhin das deutsche Ausbildungssystem. Ich war erst sehr skeptisch, da eine Ausbildung in Syrien mit einer deutschen Ausbildung nicht vergleichbar ist. Das Ausbildungsniveau ist dort sehr niedrig“.

„Schließlich überzeugten sie mich, eine Ausbildung zu beginnen und ich bewarb mich auf eine Zeitungsannonce hin bei Mainsite um einen Ausbildungsplatz. Nach Gesprächen mit den Ausbildungsverantwortlichen, einem Test und mehreren Tagen Probearbeit bekam ich zusammen mit anderen zum 1. September einen Ausbildungsplatz zum Elektroniker für Betriebstechnik“.

Seit über drei Monaten lernt Mohammad Rida nun in der Ausbildungswerkstatt der Mainsite alles, was ein angehender Elektroniker können muss. „Die praktische Arbeit stellt für mich kein Problem dar, damit komme ich gut zurecht und sie macht richtig Spaß. Manchmal hätte ich sogar Lust, abends noch länger zu arbeiten“, meint er.

„Probleme machen mir immer noch meine zu geringen Sprachkenntnisse. Hieran arbeite ich sehr intensiv. Ich habe mir ein Vokabelheft mit über 1.000 Wörtern angelegt, in dem ich deutsche Begriffe und ihre arabische Übersetzung notiere und immer wieder wiederhole. Schwieriger wird es bei den Fachbegriffen, da es oft keine arabische Übersetzung dafür gibt. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das alles auch noch lernen werde. Zumindest habe ich schon die theoretische und praktiche Prüfung für den Führerschein bestanden - auf Deutsch!“

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