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ENKA: Sanierungsverfahren kurz vor Abschluss - 260 Arbeitsplätze gerettet

ENKA-Beschäftigte demonstrierten für den Erhalt ihres Unternehmens.

Der Garnproduzent ENKA steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss seiner Sanierung in Eigenverwaltung. Die Gläubiger stimmten am 13. November bei einer Versammlung im Schloss Johannisburg in Aschaffenburg einstimmig dem von der Geschäftsführung, den Sanierungsexperten Detlef Specovius und Dr. Jürgen Erbe von der Kanzlei Schultze & Braun sowie von Sachwalter Marcus Winkler von Winkler Gossak ausgearbeiteten Sanierungsplan zu. Somit kann das Amtsgericht Aschaffenburg das Verfahren in Kürze aufheben. Rund 260 Arbeitsplätze bei dem Unternehmen sowie der Standort Obernburg am Main sind gesichert.

„Das Ergebnis der Abstimmung über den Sanierungsplan ist ein toller Erfolg unserer teilweise schwierigen Verhandlungen in den vergangenen Monaten“, freut sich Geschäftsführer Wolfgang Menrath. „Sie zeigt das Vertrauen der Gläubiger in die ENKA und macht den Weg dafür frei, dass unser Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zurückkehren kann.“

Der Sanierungsplan sieht unter anderem einen Vergleich mit den Gläubigern des Unternehmens vor. Diese verzichten auf einen Teil ihrer Forderungen, erhalten aber zugleich eine höhere Quote als in einem Insolvenzverfahren. „Die ENKA bleibt als wichtiger Arbeitgeber für die Region erhalten, und unsere Geschäftspartner haben die Möglichkeit, auch in Zukunft ihre erfolgreiche Geschäftsbeziehung zu unterhalten“, umreißt Dr. Till Boldt, neben Menrath weiterer Geschäftsführer bei ENKA, die Vorteile des Plans.

Beide Geschäftsführer bedanken sich ausdrücklich bei allen Geschäftspartnern für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Wochen und würdigten insbesondere das Engagement der Belegschaft. „Unsere Mitarbeiter haben sich unter schwierigen Bedingungen – Pandemie und Sanierungsverfahren – für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze ins Zeug gelegt und haben ihren Anteil daran, dass wir heute ein gutes Ergebnis erzielen konnten“, sagt Geschäftsführer Menrath.

„Das Signal, das von dem heutigen Tag ausgeht, wirkt über die ENKA hinaus“, sagt Sanierungsexperte Detlef Specovius von Schultze & Braun. „Die ENKA ist ein wichtiger Geschäftspartner auch für andere Unternehmen des Industrie Centers Obernburg. Somit stärkt die erfolgreiche Neuaufstellung bei ENKA indirekt auch die Partnerunternehmen am Standort mit insgesamt 3000 Arbeitsplätzen.“

Sachwalter Marcus Winkler ergänzt: „Der Schutzschirm und die Sanierung in Eigenverwaltung haben gezeigt, dass sie zwei sehr starke Instrumente sind, mit denen die Interessen der Gläubiger gewahrt und gleichzeitig Unternehmen saniert und Arbeitsplätze erhalten werden können. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens, das insgesamt nur wenige Monate gedauert hat, und der vertrauensvollen Zusammenarbeit der Beteiligten.“

Die ENKA GmbH & Co. KG hatte im Mai ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Nachdem sich die Konjunkturaussichten in der Textil- und Bekleidungsindustrie bereits eingetrübt hatten, wurde die Modeindustrie und der textile Einzelhandel zusätzlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie weltweit schwer getroffen. In der Folge kam es auch bei der ENKA zu einem Einbruch des Geschäfts.

ENKA ist ein traditionsreicher Hersteller endloser Viskosegarne (sog. Multifilament-Garne) mit dem Markennamen ENKA Viscose. In der Textilindustrie setzen Stoffhersteller und Seidenweber diese Garne für hochwertige Bekleidung ein. ENKA Viscose kommt aber auch in medizinischen und technischen Anwendungsgebieten zum Einsatz. Die ENKA GmbH & Co. KG hat ihren Sitz im Industrie Center Obernburg und erwirtschaftete im Jahr 2019 etwa 42 Millionen Euro Umsatz

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